Die Hugenotten auf Reisen


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- Sardinien 2000

Sardinien 2000

Freitag 29.09.00  Pfalz - Genua

 Mit unserem Wohnmobil fuhren wir ca. 3 Std. bis kurz vor Luzern. Dort übernachteten wir auf einem Rastplatz (viel Schlaf fanden wir nicht, da es sehr laut zuging). Deswegen starteten wir am nächsten Tag schon um 6 Uhr Richtung Gotthard-Tunnel. Nach einer ¾ Stunde Frühstückspause auf dem Gotthard Rastplatz ging es weiter Richtung Bellinzona. Leider hatte wir kurz vor Chiasso einen ewig langen Stau, wir verplemperten mal locker für ganze 12 km fast 2 Stunden. Besser wäre es gewesen, ab Lugano Richtung Varese zu fahren.
Vor Milano fuhren wir rechts in Richtung Torino (A4), hinter Novoro wieder Richtung Genua. Dort kamen wir um 15:15 an. Wer mit einem Fähschiff nach Sardinien übersetzen will, sollte nicht gleich die erste Abfahrt „Porto“ nehmen, sondern ca. 7 km weiter fahren bis zum Schild „Grandi Navi Veloci“. Die Verladung auf die Fähre begann ca. 19:00 Uhr. Abfahrt dann 21:00 Uhr.

Samstag 30.09.00  Grotta Nettuno - Alghero - Bosa

Ankunft in Porto Torres: 8 Uhr in der Frühe
Wir entschieden uns Richtung Alghero zu fahren, das Wetter war wechselhaft, ca. 24° C.
Ziel war die Grotta Nettuno bei Alghero, eine Tropfsteinhöhle. Eigentlich wollten wir die Höhle mit dem Boot besichtigen, aber leider war das Meer zu stürmisch.
Daher fuhren wir bis zum Parkplatz der Grotte und Klaus, Larissa und Michael wagten sich 652 Treppenstufen über 200 Höhenmeter hinab bis zum Eingang der Grotte, einer der schönsten im ganzen Mittelmeerraum.
   

Die Grotte ist ein geologisches Wunder, das einem sehr fasziniert. Sie ist mit Treppen und Wegen ausgestattet und führt durch mehrere große Säle. Das unterirdische Tropfsteinreich, schneeweiße Kalksinterlandschaften lassen der Phanatasie freien Lauf. Die Stalagniten und Stalakiten wachsen immer noch. Es ist eine kleine Zauberwelt in der man bizarre Formen und Kristalle bewundern kann.
Mittags aßen wir in der Pizzeria „Napoli“ in Alghero und bummelten noch in der hübschen Altstadt. Es gab sehr viele kleine Geschäfte mit Korallenschmuck und Schnitzerein.


Wir wollten weiter nach Bosa. Unterwegs fing es an, zu regnen. Bosa ist hässlich, fanden wir. Ein Restaurant war auch nicht zu finden. Also ab ins Wohnmobil und suchen. In Bosa Marina an der Steilküste gab es, oh Wunder, eine Pizzeria ( d’ Angelo). Mittlerweile war es schon recht spät und so suchten wir uns in einer Seitenstraße der Bosa Marina einen Stellplatz für die Nacht.

Sonntag 01.10.00  Bosa Marina – Cagliari - Villasimius

In der Nacht hatte es geregnet und in der  Frühe fing es an, wie aus Kübeln zu schütten. Wir beschließen daher,  quer durch die Insel nach Cagliari zu fahren. Dort war es gleich viel wärmer und vor allem sonniger.
Am Hafen parkten wir und waren damit gleich an der schönen Hauptstraße, der Via Roma, Cagliaris Hauptachse. Sie liegt gegenüber des Hafens. Klassische Fassaden säumen die palmenbesetzte Straße. Unter den hohen Arkaden, die gleichzeitig Sonnen- und Regenschutz sind, kann man herrlich flanieren. Geschäfte, Bars und Cafes reihen sich aneinander. Es herrscht dort reges Leben. Wer versuchen will, Cagliari mit dem Fahrrad zu erkunden (was wir versucht haben), sollte das lieber lassen. Die Stadt war voll mit wahnsinnigen Autofahrern, die anscheinend auf Kriegsfuß mit Fahrradfahrern stehen. Wir kehrten um, bestiegen unser Womo und fuhren weiter an der Küste entlang nach Villasimius.
Der Ort liegt im Süden - mit dem Meer vor der Tür. Es gibt hier reichlich schöne Strände - da kann man abschalten. Wer hier schuhlos durch den Sand geht, spürt: wie schön es ist! Eine kleine Serpentinenstraße südöstlich - immer an der Küste entlang, eine enge Kurve, dann gleitet der Blick über den Golfo di Carbonara: Traumhaft! Karibikblaues Wasser, feine weiße Sandstrände, hier und da einsame felsige Buchten. Angekommen im Urlaubsort Villasimius!
Urlaubsort ist der richtige Ausdruck. Man kann Villasimius mit 3 Worten beschreiben:
Ausspannen, Beach & Party.
Der Ort ist zum Trendziel von Cagliaritanern und Urlaubern geworden. Tagsüber entspannt man sich an den vielen Stränden entlang der Küstenstrasse und nachts taucht man ein in das Ausgehviertel mit Shops und Bars. Die Läden haben in der Saison bis Mitternacht geöffnet, die "Baretti" und Discos schließen erst im Morgengrauen. Die "Piazza" und die "Via del Mare" sind der Mittelpunkt des Dorfes. Hier trifft man sich ab 20:00 Uhr, wenn die Tagestouristen weggefahren sind.
Für uns passte nur Punkt 1: Ausspannen. In der Nähe des Hafens von Villasimius befindet sich einer der schönsten Strände Sardiniens: der Spiaggia di Porto Giuncu.
Dort hatten sich bereits ein paar Wohnmobile zum Übernachten versammelt. Wir stellten uns dazu und genossen den herrlichen weißen Sand und das glasklare Meer.

Montag 02.10.00  Villasimius – Capo Ferrato - Muravera

Am nächsten Tag fuhren wir erst Mittags weiter, da die Sonne wieder so schön vom Himmel lachte.
Aber dann ging’s weiter. Hinter Villasimius folgt man der Küstenstrasse in Richtung Costa Rei. Es ging enge Kurven hinauf mit einem herrlichen Blick auf die Insel Isola di Serpentara. An der Küste bis Capo Ferrato wechselten sich herrliche Buchten mit wunderschönen langen Stränden ab. In der Mitte liegen die Sanddünen der Costa Rei mit kristallklarem Meer und goldenem Sand. Laut Reiseführer sollen an der Costa Rei zwei Campingplätze sein, die ein Glücksfall wären. Zu seinem Pech erlaubte uns der Kassenwart, den Platz zu besichtigen. Einstimmige Meinung: kein Glücksfall, sondern ein Drecksloch! Also weiter bis kurz vor Muravera, dort fanden wir einen lauschigen Übernachtungsplatz und einen Wasserhahn.
Die Lauschigkeit wurde leider überschattet durch dicke Regenwolken und stürmischem Wind.


Dienstag 03.10.00  Muravera – Villasimius – Cagliari – Pula - Teulada

Der nächste Morgen brachte auch keine Wetterbesserung, daher beschlossen wir nach dem Frühstück wieder nach Villasimius zurück zu fahren, da das Wetter dort besser war (hofften wir). Hoffnung leider vergebens, es war genau so bewölkt.
Am Horizont sichteten wir blauen Himmel, wir hinterher. Leider waren die Wolken seltsamerweise immer vor uns da. Wir fuhren durch Cagliari Richtung Pula. In Nora, unweit von Pula, ist eine weitläufige römische Ausgrabung mit einem direkt am Meer gelegenen Amphitheater, das wir besichtigten und das die Kinder sogar interessant fanden.
Nächste Station : entlang der Küstenstraße Costa del Sud nach Teulada . Am Porto fanden wir eine super tollen Übernachtungsplatz!

Mittwoch 04.10.00  Teulada – Isola d’Antioco - Calasetta

Und am nächsten Morgen, oh Wunder, strahlender Sonnenschein, und das den ganzen Tag.
Wir nutzten diesen Tag zum Baden und relaxen.
Am späten Nachmittag fuhren wir weiter Richtung Isola d’ Antioco. Die „Isola di Sant’Antioco”, ehemals Sulci, liegt im Südwesten. Die Insel gehört zum Sulcitano-Archipel und ist über einen drei Kilometer langen „künstlichen Damm“ mit der Mutterinsel Sardinien verbunden.
Wir erkundeten den Ort mit den Fahrrädern.
Bemerkenswert war der Corso Vittorio Emanuele im Stadtzentrum, über welchem die Bäume, die ihn säumen, einen nahezu lichtundurchlässigen Tunnel bilden. In dem tiefen Schatten findet man verschiedene Boutiquen, Kunsthandwerksgeschäfte und kleine Cafés. Die Häuser zu beiden Seiten haben allesamt kleine, eiserne Balkone. Ob die jemand nutzt bei dieser Dunkelheit?
Am Ende des Corsos tut sich die große Piazza Umberto auf und liegt - ganz Gegensatz - in gleißendem Sonnenlicht da. An der Ecke befindet sich ein kleines Café, in welchem wir uns auf ein Käffchen und ein bisschen Schauen niederließen.
 
Da unsere Vorräte schwanden, machten wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt. Aber die Suche blieb erfolglos, mit wachsendem Hunger fuhren wir weiter nach Calasetta, dort fanden wir zwar ein schönes Restaurant am Strand, aber dieses öffnete erst um 20 Uhr. Für uns zu lange. Wir fanden schließlich einen kleinen Tante-Emma Laden, wo man sogar noch anschreiben lassen kann (natürlich nur die Dorfbewohner). Bis auf Brot bekamen wir alles, was wir haben wollten. Aber was nützt einem Käse und Wurst, wenn man kein Brot hat? Also machte sich Klaus mit dem Fahrrad auf den Weg, um Brot zu suchen. Neben dem Brot entdeckte er auch noch eine hübsche Fußgängerzone in der Via Roma, die wir dann Abends erkundeten.
Am Spaggia Grande, der mit herrlichem weißen Sand und kristallklarem Wasser aufwartete, fanden wir einen schönen Übernachtungsplatz.


Donnerstag 05.10.00   Calasetta – Iglesias – Fontanamare – San Giovanni - Aborea

Nach dem Frühstück in einer Fischerkneipe am Hafen fuhren wir nach Iglesias, dort fanden wir endlich einen Supermarkt. Nachdem wir geparkt hatten, schlenderten wir ein wenig durch die Gassen und sahen uns die malerische Altstadt an. Auf einem kleinen Platz vor einer Kirche fanden wir dann ein nettes Restaurant, vor dem schon die Besitzerin lauerte und uns hineinpalaverte. Da es Mittagszeit war, gab es nur Nudelgerichte, die aber köstlich schmeckten. Und über alles wachte die Besitzerin super freundlich, aber mit Feldwebelmanier, damit wir ja zufrieden sind.
Satt bis zum Rand fuhren wir weiter nach Domusnovas, dort wollten wir Wasser nachfüllen. Am Ortseingang links fanden wir einen Hahn, den man allerdings mit einem Schraubenschlüssel öffnen musste.
Wir beschlossen, an den Strand nach Fontanamare zu fahren, also wieder zurück Richtung Iglesias. Der Beschluss erwies sich als Fehlschlag. Es herrschte dort ein rauer Wind und wilder Seegang, der ein paar Surfer herumjagte. Also, neuer Plan:  Zur befahrbaren Tropfsteinhöhle nach San Giovanni. Die nächste Enttäuschung: Man kann nicht mehr durchfahren. Wir liefen ein paar Meter hinein, da es aber keine Beleuchtung gab, wurde es uns unheimlich und wir gingen wieder zurück.
Was jetzt? Da es zwischenzeitlich schon später Nachmittag war, fuhren wir die Strecke Siliqua ( Kulturinteressierte starten von hieraus ihren Ausflug zu den Ruinen des Castello di Acquafredda, der Burg des pisanischen Clans Dono ratico della Gherardesca auf dem Gipfel einesVulkankegels ) – Villacidro ( nichts erwähnenswertes zu sehen) – Monteveccio (ehemaliges Bergarbeiterdorf, einige stillgelegte Minen sind noch zu besichtigen).
Von dort ging es weiter nach Porto Palma. Die Straße dorthin ist sehr steil und kurvenreich, immer wieder hatten wir einen herrlichen Blick über die Berglandschaft und die Täler. Bei Perdosu sahen wir ein Schild „Funtanazza Mare“. Wir fuhren diesen Weg herunter und blieben vor einer ehemaligen Absperrung stehen. An der Seite hing ein verrostetes Schild „Privata Strada“. Wir wagten uns weiter und landeten an einem freien Platz mit Blick auf die Steinküste. Das Gelände gehört zu einem ehemaligen Naherholungsheim für Bergarbeiter-Kinder, das schon jahrelang geschlossen ist. Der ockerbraune Häuserblock ist verwahrlost, von Vandalen versudelt und aus Sicherheitsgründen eingezäunt.
Wer die versteckte Bucht von Funtanazza besucht, wundert sich über die Schrottimmobilie: Weshalb wird ein Gebäude in dieser Traumlage nicht genutzt? Die heutigen Baugesetze würden einen Bau dieser Art gar nicht mehr zulassen! Tatsächlich hatte die zuständige Gemeinde Arbus das Terrain und die Immobilie mit der Auflage verkauft, dort ein neues Hotel zu errichten.
Jahrelang wurde die Abbruchbude in Traumlage so zum Spekulationsobjekt Mailänder Investment-Firmen. Ein geplantes Fünf-Sterne-Hotel wurde nie gebaut. Das Anwesen hat mehrmals den Eigentümer gewechselt und inzwischen sind die Projektfristen abgelaufen. Was also mit den verfallenen Gebäuden, Schwimmbädern, Sportplätzen und gefährlich unterspülten Strandterrassen geschehen wird, ist weiter unklar. In den Sommermonaten bevölkern Sonnenhungrige den Strand unterhalb der verfallenen Gebäude, die Gemeinde verlangt Parkgebühren. Dass die verfallenen Gebäudeteile direkt am Wasser und im glitzernden feinen Sand mit herausragenden Eisenträgern eine Gefahr für die Badegäste darstellen, dafür interessiert sich aber niemand.
Da es uns hier unheimlich vorkam, fuhren wir weiter nach Porto Palma. Da auch dieser Ort wie ausgestorben war, aßen wir im Wohnmobil zu Abend. Als Übernachtungsplatz erschien uns das aber als ungeeignet und so ging es weiter nach San Antonio. Inzwischen war es dunkel geworden. In diesem Nest sollte irgendwo eine Brücke über den Stagno di Merceddi existieren. Ca. 2 km hinter San Antonio wurden wir fündig, nur war das der richtige Weg? Die Zufahrt ist ein geöffnetes Tor zu einem Fabrikgelände. Zufällig kam aber gerade ein Auto heraus und daher fuhren wir durch. Und tatsächlich, es kam eine Brücke in Sicht. Wir denken noch „sieht sehr schmal aus“ , aber ganz hinten sahen wir die Lichter eines herannahenden Autos und so warteten wir, bis es an uns vorbeifuhr und dann nichts wie drüber. Auf halber Strecke sahen wir plötzlich wieder die Lichter eines Autos. Was macht der? Er blinkte. Für uns das Zeichen weiter zu fahren. Seltsamerweise näherten sich die Lichter ziemlich schnell. Oh, Sch... was sollten wir machen? Die ganze Strecke rückwärts? Die Lichter entpuppten sich als R4. Was nun? Kommen wir aneinander vorbei? Der R4 war sehr zuversichtlich und klebte sich ganz weit nach rechts. Wir auch. Millimeterweise schoben wir uns aneinander vorbei. Geschafft! Das war Schwerstarbeit in der Nacht. In Aborea suchten wir uns ein Übernachtungsplätzchen im Ort. Für Larissa und mich war das die lauteste Nacht, da ständig Autos vorbeipfiffen. Die anderen schliefen wie die Murmeltiere.

Freitag 06.10.00    Aborea - Siniscola

Morgens zeigten sich uns lauter dicke graue Wolken am Himmel. Also hieß es mal wieder: der Sonne hinterher. Wir fuhren quer durch Sardinien auf die andere Seite nach Siniscola. Gute Idee! Herrlicher Sonnenschein erwartete uns. Wir genossen einen super tollen Tag am weißen Sandstrand zwischen Santa Lucia und Caletta.
Von Caletta bis Santa Lucia zieht sich ein langer Dünenstrand, doch er geht auch in nördlicher Richtung weiter bis Budoni, nur vereinzelt unterbrochen durch Abschnitte mit Kies oder Felsen zum Tauchen. Hier ist im Sommer "richtig was los". Viele Pizzerien, Ristoranti, Bars und auch Eiscafes (darunter die weltberühmte „Boutique“) laden zum Abendausflug ein. Neben dem kleinen Fischereihafen, ist eine große Boots-Marina und ganz selten kommt sogar eine Fähre vom italienischen Festland an.
Am Ortsausgang fanden wir eine Pizzeria, die sogar schon um halb sieben offen hatte, was hier unüblich ist. Der Besitzer sprach sogar ein wenig deutsch. Die Pizza wurde vor unseren Augen zubereitet und schmeckte super lecker! Die Pizza begleitete ein Liter Rosewein, den Klaus und ich uns teilten. Ich hatte Mühe, noch gerade zu laufen und war froh, dass ich die Treppe ins Wohnmobil ohne Schwierigkeiten erklimmen konnte.

Samstag 07.10.00       Budoni – Olbia – Porto San Paolo

Der nächste Morgen brachte einen Brummschädel und wieder mal Regenwetter.
Den Morgen vertrödelten wir mit lesen und schreiben, nachmittags fuhren wir wieder an unseren schönen Strand, aber zum Baden war es zu windig. So gammelten wir noch bis 18 Uhr herum. Dann zockelten wir los Richtung Olbia um dort einen Übernachtungsplatz zu suchen. Das hätten wir mal besser früher getan, im Dunkeln ist das gar nicht so einfach. Ein paar Mal biegen wir in Seitenwege ab, die zum Strand führen, aber nur um festzustellen, dass es uns doch zu einsam war. Da wir mittlerweile schon in Olbia waren, fuhren auf den Parkplatz eines Auchon-Supermarktes um einzukaufen. Beim Einparken kam eine Frau  aufgeregt winkend auf uns zu. Sie teilte uns mit, dass ihr gerade eben ihre 2 Fahrräder vom Wohnmobil gestohlen wurden. Das war uns dann doch zu heikel. Auf dem Weg hierhin hatten wir uns bei Porto San Paolo einen Parkplatz vorgemerkt, auf dem man notgedrungen übernachten könnte, dort fuhren wir hin. Nächste Überraschung: laute Musik dröhnte über die ganze Ebene. Mittlerweile waren wir müde und reichlich genervt. Nach langem Suchen fanden wir dann doch noch in Porto San Paolo ein Plätzchen zum Schlafen.

Sonntag 08.10.00    Chiaramonti – Martis –  Grotta su Coloru bei Laeru

Kurz vor Laeru fuhren wir links eine geteerte Stichstraße entlang. Wir folgten dem Schild „ Belvedere Fonta Concluna“ und kamen nach knapp 4 km zu einem herrlichen Picknickplätzchen mit 2 Quellen. 100 m vorher bei einer Brücke sollte ein Trampelpfad zur Höhle führen. Schön, nur es gibt dort mehrere Trampelpfade. Wir klettern links über das Mäuerchen und suchen fast 1 Stunde lang kreuz und quer nach dem Eingang der Höhle. Erfolglos. Einer von uns kommt auf die Idee rechts über das Mäuerchen zu steigen, da dort auch noch ein Trampelpfad ist. Dem folgten wir quer über die Wiese und Bingo! Zwischen einem weißen Stein und einer großen Eiche lag versteckt der Eingang der Höhle. Vertrauenswürdig sah sie ja nicht aus. Klaus und Michael wagten sich rein. Nach 10 Minuten kehrten sie erschöpft und staubig wieder zurück. Die Höhle war am Anfang sehr niedrig und voll mit Geröll, man musste kriechen. Da sie nur eine Akku-Taschenlampe hatten, krochen sie vorsichtshalber nur etwa 20 Meter hinein, aus Angst dass der Akku schlapp machte, außerdem fanden sie, dass es ziemlich unheimlich war, dort herumzukriechen. Ringsum eingeschlossen herrschte eine Totenstille, die einen fast in Panik ausbrechen ließ. Also nichts für zarte Gemüter.
Wer da rein will, sollte sich mit einer starken Taschenlampe ausrüsten. Der Kriechgang geht ca. 30 m hinein, danach kann man wieder aufrecht weitergehen und wird am Ende mit einer strahlend weißen Marmorhöhle belohnt. Wir leider nicht, da die richtige Ausrüstung fehlte. Na ja, beim nächsten Mal wissen wir’s besser.

Montag 09.10.00  Rückfahrt nach Porto Torres  auf die Fähre.


Dienstag 10.10.00

Wieder zu Hause.
Man kann Sardinien mit ihrer schroffen Schönheit, ihrem glasklaren Wasser und ihrem allerfeinsten Sand nur empfehlen.